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21.03.2014 | | Lifestyle

Wann ist ein Mann ein Mann? Wenn er Bart trägt!

http://scoopmodels.com/models/men/christian-goeran/

Der Schönheitswahn hat neue Dimensionen erreicht und dieses Mal sind nicht die Frauen schuld. Nein, dieses Mal sind es die Männer, die alten Haudegen. Wann ist ein Mann ein Mann? Das fragte schon Herbert Grönemeyer und sang alle möglichen Antworten darauf. Die heutigen Herren der Schöpfung haben vor allem eines im Sinn: den Bart. Bart ist sexy, Bart ist verwegen, Bart ist männlich – nur leider will das Gesichtshaar nicht bei jedem Vertreter des männlichen Geschlechts der Vorstellung entsprechend sprießen. Was macht Mann von heute also? Er lässt sich den nötigen Flaum für die gewünschte Schenkelbürste einfach implantieren.

Ein Meister auf diesem Gebiet ist Dr. Jeffrey S. Epstein aus New York City, dessen haarlose Kundschaft sich in den letzten Jahren verdreifacht hat. Fünf Prozent seiner mit Unmännlichkeit hadernden Patienten reisen extra aus Europa an, um einen richtigen Kerl aus sich machen zu lassen. Der Doc entnimmt dann entweder Haare vom Kopf oder aus der Brust und pflanzt sie an die gewünschte Stelle im kahlen Gesicht. Zwischen 4.000 und 12.000 Dollar muss man(n) für die drei- bis sechsstündig dauernde Prozedur berappen.

Aber ist weiche Gesichtshaut um den Mund herum tatsächlich mit Unmännlichkeit gleichzusetzen? Ist ein Mann nur dann ein Mann, wenn die tägliche Bartpflege zu seinem allmorgendlichen Pflegeprogramm zählt? Nun, sagen wir mal so: Ein wirklich männlicher Mann, dem diese Männlichkeit aus jeder Pore sprüht, bleibt ein männlicher Mann – ob mit oder ohne Bart. Ein lecker Beispiel dafür ist Jason Statham. Ein Mann durch und durch, sowohl mit Dreitagestoppeln als auch glattrasiert (erst recht, wenn er dabei im schwarzen Anzug steckt). Da wird der Bart zur Nebensache und ist höchstens nettes Accessoire. Aber Zeichen der Männlichkeit? Nein, das hat Herr Statham nun wirklich nicht nötig. Ein weiteres Beispiel: George Clooney. Ein schöner Mann, ja, ein schöner Mann! Einen Bart braucht es für diese Aussage nicht. Zwar steht ihm Gesichtsbehaarung auch ganz gut, aber irgendwie ist er dann nicht mehr unser anschmachtungswürdiger George.

Natürlich gibt es auch die andere Seite der Medaille. Die Seite, auf der Mann ohne Bart zwar nett anzuschauen, mit Bart aber zum Niederknien ist. Gerard Butler wird erst mit kratzigem Gesicht zum unwiderstehlichen Frauentraum. Stelle sich doch mal einer vor, er wäre in „300“ glattrasiert gewesen! Nein, nein, nein, erst dieser wunderbar wuchernde Busch an seinem Kinn machte Leonidas zur personifizierten Männlichkeit. Zugegebenermaßen hat der hinreißende nackte Oberkörper ebenfalls einen kleinen Teil dazu beigetragen… Wie auch immer: Brad Pitt ist ein weiterer Kandidat, der sich dank Bart vom hübschen Bubi zum heißen Prachtkerl wandelt. Ist das Gesicht glatt, hat man ein wenig das Bedürfnis, ihm in die Wange zu kneifen. Sprießen aber dort Haare (nur bitte nicht im Stil von „7 Jahre in Tibet“), wirkt er um Längen interessanter, reifer, männlicher.

Eines ist bei der Bartfrage absolut essentiell: gepflegt muss er sein!!! Jeder Herr, der sich – ob nun mit Hilfe der Natur oder via Implantat – für die Gesichtsbehaarung entscheidet, muss sich darüber im Klaren sein, dass es morgens im Bad länger dauert. Gerade ein Vollbart muss gestutzt und mit ungarischer Bartwichse eingeschmiert werden, um ein schönes Gesicht zu machen. Der Grat zwischen betörender Männlichkeit und usseliger Ranzigkeit ist schmal. Also, liebe Herren, lasst die Haare bitte nur wachsen, wenn ihr sie auch hegen und pflegen wollt. Ansonsten lasst besser die Finger davon und fristet ein glattrasiertes Dasein. Eure Männlichkeit könnt ihr bestimmt auch auf andere Art beweisen.

Bildquelle: http://scoopmodels.com/models/men/christian-goeran/

Autor: Jasmina Luchs

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