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16.01.2015 | | Lifestyle

Und ewig lockt die Zigarette

Smoking_kl

Mit 18 Jahren mit dem Rauchen anzufangen ist schon relativ spät. Viele andere fanden bereits mit 16 oder sogar noch früher Gefallen an dem blauen Dunst und stecken sich seitdem regelmäßig eine Zigarette an. Während es damals, in den 90ern, fast noch cool war zu rauchen, ist es das heute definitiv nicht mehr.

Bei einem Restaurantbesuch lotet man rechtzeitig die Möglichkeiten aus, wann man an die „frische“ Luft flüchten kann, um dem eigenen Laster zu frönen. Und dabei macht es wegen des aktuellen Regenwetters und der Temperaturen von unter 10 Grad nun wirklich alles andere als Spaß, sich die Jacke und das nötige Equipment anzuplünnen, um endlich wieder eine durchziehen zu können. Auch wenn der Verstand sagt: „Du bist wahnsinnig, warum tust du dir das an?“ öffnet die Sucht schon mal die Tür nach draußen. Ist das Essen aufgegegessen, gibt es für einen Raucher auch keinen Grund mehr, sich weiter in einem Restaurant aufzuhalten. Eine Smokers-welcome-Bar oder das heimische Wohnzimmer sind nun die Location der Wahl. Denn dort kann man endlich in entspannter Atmosphäre eine qualmen und ein Glas Wein oder einen Longdrink dazu schlürfen – da schmeckt die Zigarette doch gleich noch viel besser. Nichtraucher wird dieser Genuss am Zigarettengeschmack sicherlich verwirren, aber jeder Raucher weiß, wovon ich spreche.

Mit kleinen Unterbrechungen rauche ich inzwischen seit 16 Jahren. Und dies ist keines der Jubiläen, für das man besondere Auszeichnungen erhält. Ganz im Gegenteil, mich beschleicht dabei ein Gefühl des Schams, dass es mir in 16 Jahren nicht gelungen ist, mich von dem blauen Dunst zu verabschieden. Es ist ja nicht so, dass ich es nicht versucht hätte. Zum Abschluss des Studiums wurden mir in einer Notoperation die Mandeln entfernt, weshalb mir ein absolutes Raucherverbot für mindestens drei Wochen auferlegt wurde. Zehn Tage musste ich deshalb ohnehin im Krankenhaus verbringen, sodass damit ein guter, nikotinfreier Anfang gemacht war. Unter dem Einfluss von Medikamenten und akuten, lebensbedrohlichen Folgeerscheinungen, sollte ich doch zum Glimmstengel greifen, fiel mir die erste Zeit der Rauchentwöhnung sehr leicht. Die Tage und Wochen zogen ohne Qualm ins Land. Nur leider kam das Neue-Mensch-Feeling bei mir nicht so richtig in Schwung. Na ja, vielleicht braucht mein Körper einfach länger, um sämtliches Gift abzubauen, damit ich mich wie neugeboren fühle. Aber soweit sollte es gar nicht kommen. Das Gegenteil war der Fall. Mir fehlte zwar das Nikotion, aber dafür sammelte ich vermehrt Speckpölsterchen an, die dem Wohlfühlen massiv entgegenwirkten. Nun musste ich also nicht nur gegen den wiederentfachten Wunsch nach einer Zigarette ankämpfen, sondern auch gegen meine sich verändernde Körperform – kein leichtes Unterfangen. Nach insgesamt einem halben Jahr habe ich den Kampf verloren. Zwar schmeckte mir die erste Zigarette überhaupt nicht, aber bei der zweiten und dritten war ich wieder voll dabei.

Ein paar Jahre später – mit Ende 20 – zeigten sich die ersten Alterserscheinungen. Wie uns allen hinlänglich bekannt ist, können auch teure Cremes und Seren nicht dem entgegenwirken, was wir uns mit Nikotin antun. Also war es an der Zeit für den nächsten ernsthaften Versuch, das Rauchen aufzugeben. Jetzt wollte ich auch die potenziellen figürlichen Veränderungen nicht außer Acht lassen und habe gleichzeitig mit der Rauchentwöhnung auf gesunde Ernährung und Bewegung gesetzt. Trotz aller Bemühungen und einem mehr oder weniger eisernen Willen war das Ergebnis das Gleiche. Ernüchterung!

Das Thema Rauchentwöhnung ist damit natürlich in weite Ferne gerückt. Doch so langsam aber sicher wächst in mir erneut der Wunsch, einen weiteren Versuch zu wagen. Schließlich sind alle guten Dinge drei und jeder Tag ohne Zigarette ist ein gewonnener Tag. Wie ich inzwischen aus eigener Erfahrung weiß, ist es bei mir nicht die körperliche Abhängigkeit, die mich rückfällig werden lässt, sondern die Eitelkeit gepaart mit der Psyche. Dementsprechend ziehe ich in Erwägung, meinem Zigarettenverlangen per Hypnose den Gar auszumachen. Die Neugier darauf wie auch die Aussicht auf ein rauchfreies Leben geben den Ausschlag für diese Therapieform. Noch bin ich nicht soweit, aber wenn ich die Hypnose hinter mir habe, werde ich an dieser Stelle wieder darüber berichten…

 

Bildquelle: Maren Fliegner

Autorin: Maren Fliegner

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