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28.05.2015 | | Lifestyle

Traue sich, wer kann!

Homo-Ehe. Quelle: pixabay.com

Deutschland im Jahr 2001: Pünktlich zum Start in ein neues Jahrtausend gab sich unser kleines Land im Herzen Europas besonders tolerant und führte die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft – ein wahres Wortmonstrum – ein. Dafür wurde es von anderen Ländern ob seines avantgardistischen Schrittes gelobt. Nun, gut zehn Jahre später, haben viele andere Nationen nachgezogen und uns abgehängt. Selbst in dem erzkonservativen Irland gibt es nun dank eines Volksentscheids – also nicht von der Politik vorgegeben – die Möglichkeit, dass Schwule und Lesben heiraten dürfen und gleiche Rechte wie Heteros haben.

In Deutschland kann man sich gerade so durchringen ein paar „redaktionelle Änderungen“ an ausgewählten Gesetzen vorzunehmen, was als Schritt in Richtung Gleichstellung hochstilisiert wird. Warum nicht einfach die Ehe für alle öffnen?

Wir haben einmal die gängigsten „Argumente“ gegen die Öffnung der Ehe mit allen Rechten und Pflichten und eine Erweiterung des Familienbegriffs zusammengetragen und auf ihre Stichhaltigkeit überprüft:

„Die Ehe (Mann und Frau) steht unter besonderem Schutz.“

Warum muss die Ehe zwischen Mann und Frau besonders geschützt werden? Steht sie auf der roten Liste der aussterbenden Arten? Bei statistisch angenommenen zehn schwulen Prozent der Bevölkerung ist eine „Gefahr“ für die Ehe nur schwer nachvollziehbar. Und überhaupt: Vor was genau soll die Ehe geschützt werden?

„Die Familie muss finanziell besonders gefördert werden.“

Demgegenüber ist nichts einzuwenden. Aber warum sollten nicht auch Konstellationen aus zwei Männern plus Kind oder zwei Frauen plus Kind als Familie angesehen werden und unterstützt werden?

„Eine Familie besteht aus Mutter, Vater und Kind(ern).“

Ein cleveres Argument, das allerdings nur darum funktioniert, weil hier die Familie im „klassischen“ Sinne verstanden wird. Genau diesen Begriff gilt es allerdings zu erweitern. Definierten wir nun Familie als Eltern mit Kindern, wäre das „Argument“ sofort entkräftet.

„Die Ehe dient der Fortpflanzung.“

Tja, das wäre dann wohl dumm gelaufen für Paare, die aufgrund von Zeugungsunfähigkeit keine Kinder bekommen können. Sollte man also vor dem Gang zum Traualtar eine Zeugungsfähigkeitsbescheinigung einführen? Aber was ist dann mit Paaren, die keine Kinder wollen? Und wenn die Regierung so darauf aus ist, dass die Bevölkerung wieder steigt, lasst doch die Schwulen und Lesben auch noch Kinder bekommen und uns alle gemeinsam eine Generation heranziehen, die für uns später die Rente bezahlt.

Gerade, da bei homosexuellen Paaren keine Kinder „aus Versehen“ entstehen können, die dann mitunter in prekären Verhältnissen aufwachsen, sollte der Familienbegriff endlich erweitert werden und Homo-Paaren die Möglichkeit zur Adoption eingeräumt werden.

„Zwei Väter können dem Kindeswohl schaden.“

Da kann man nur entgegnen, dass eine glückliche Kindheit nicht vom Geschlecht der Eltern abhängt. Schlimm wird es nur, wenn die Gesellschaft mit Verachtung auf diese Kinder herabschaut. Und damit dies nicht mehr passiert und Homo-Paare mit Kindern als normal angesehen werden, muss die Ehe geöffnet werden.

„Gott will das nicht!“

Dies ist immer der letzte Ausweg, wenn gar kein Argument mehr zieht. In unserem Säkularstaat kann ich da nur sagen: Die Meinung Gottes sollte uns nicht interessieren! Gott will auch keine Kriege, aber davon gibt es auf der Welt leider genug. Und vielleicht hat dieser alte Mann seine Meinung innerhalb der letzten 2.000 Jahre ja auch geändert. Es fragt ihn ja niemand. Und was die „Unnatürlichkeit“ anbelangt: Mag er denn Polyester auch nicht?

Im Grundgesetz steht, dass alle Menschen gleich sind und die gleichen Rechte haben. Außerdem darf niemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden – muss man noch etwas sagen? Jetzt sollte es soweit sein, die Gleichstellung umzusetzen!

Quelle Teaserbild: pixabay.com

 

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