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Technik die begeistert? Die kuriosen Stilblüten des Internet of Things

internet of things und smarte produkte

Ich zähle mich selbst nicht zu den begeisterten Technik-Freaks, dennoch bin ich immer offen, wenn ein technisches Gerät meinen Alltag erleichtert. Von der High-End-Schallzahnbürste mit Induktionsaufladung über die motorbetriebene Pastamaschine bis hin Smart-TV mit allem Pipapo. Und auch das Internet of Things respektive smarte Alltagsgegenstände klingen für mich interessant, solange sie wirklich nützlich sind und nicht meine Zeit verschwenden. Die Heizung im Winter bereits auf dem Heimweg per App hochheizen – wunderbar. Via Smartphone kontrollieren, ob der Herd aus ist – perfekt. Ein Kühlschrank, der sich selbst füllt – spart viel Zeit. Doch unter dem Schlagwort Internet of Things hat die Industrie zahlreiche „smarte“ Produkte auf den Markt gebracht, die wirklich so unfassbar nutzlos sind, dass sich die Erfinder ihren gesamten Lebtag dafür schämen sollten.
Und wir sprechen hier noch nicht einmal von Apps mit deren Hilfe man die Nachttischlampe neben sich ausschalten kann – jedenfalls nachdem man das Handy gegriffen, es entsprerrt, die App geöffnet, die Lampe per Klick abgeschaltet und das Smartphone wieder auf den Nachttisch neben die Lampe zurückgelegt hat.
Nein, es geht hierbei um Smart Technology von ganz anderem Kaliber. Wir präsentieren die größten und unsinnigsten Stilblüten:

Spire
Um alle körperlichen Aktivitäten aufrechtzuerhalten ist es wichtig, regelmäßig zu atmen. Wer diesen Satz jetzt für eine Banalität hält, da das Atmen ohnehin automatisch funktioniert, der sollte sich einmal Spire anschauen. Der steinförmige Clip wird einfach am Hosenbund befestigt und gibt Tipps zur richtigen Atmung, indem er das Auf und Ab des Bauches analysiert. Spire verspricht zu erkennen, wenn man Stress hat und rät via Push-Benachrichtiung aufs Handy dazu, einmal tief durchzuatmen, wodurch der Stress um 50 Prozent reduziert werden soll – aha…

MAPO®
Eine Haut, die weich wie ein Babypopo ist, nicht den Hauch einer Falte erahnen lässt und nur so vor Feuchtigkeit strotzt, ist unser aller Wunsch. Haben wir dafür bislang lediglich auf unser Gefühl vertraut, ob die Haut gerade Feuchtigkeit braucht und dann entsprechende Crèmes und Gesichtsmasken aufgetragen, wird die tägliche Pflege dank MAPO® nun endlich techy: Die Maske, mit der man wie eine Mischung aus Hannibal Lecter und dem Phantom der Oper aussieht, misst innerhalb von einer Minute die aktuelle Hautbeschaffenheit, informiert via App darüber und gibt eine Empfehlung, welche Pflege man heute verwenden sollte. Sicherlich wird der Hersteller künftig auch die entsprechenden Produkte anbieten und somit eine zusätzliche müde Mark machen.
Es müssten auch noch Äquivalente dazu erfunden werden, welche Bodylotion gerade nötig ist, welche Haarpflege zu benutzen ist und welche Zahncreme. Auch um zu entscheiden, was ich anziehe, sollte es eine entsprechende MAPO®-Lösung geben.

Smart Bottle
Der Tag geht, Johnnie Walker kommt – das weiß so ziemlich jeder Alki. Und um ihnen ihr versoffenes Leben noch einfacher zu machen, hat die beliebte Whisky-Marke nun eine smarte Flasche auf den Markt gebracht: Hält der geneigte Trinker sein Smartphone an diese, so zeigt ihm die App, ob er die Flasche bereits geöffnet hat oder nicht. Wozu dies gut sein soll? Keine Ahnung. Aber das scheint beim Internet of Things (IoT) auch keine Rolle zu spielen – Hauptsache es ist möglich. Ein Blick auf die Flasche würde viel schneller gehen…

Looncup
Die Geschichte der Menstruation ist eine Geschichte voller Missverständnisse – wusste schon o.b.! Für ein wenig Aufklärung sorgt nun Looncup. Die Menstruationstasse wird einfach eingeführt und unterrichtet seine Trägerin in Echtzeit per Push-Benachrichtigungen aus der Vagina. Wie viel Blut, welche Konsistenz und welche Farbe wird zuverlässig gemessen und soll somit Auskunft über den Gesundheitszustand der Trägerin geben. Darüber hinaus werden Tampons und Binden überflüssig. Na dann…

Darma Sit Smart
Wer sich jetzt noch nicht genug bevormundet fühlt, der sollte sich Sit Smart anschaffen. Dieses Sitzkissen misst anhand eingebauter Sensoren ständig die Sitzposition, den Herzschlag sowie die Atmung und korrigiert diese. Rückenschäden soll somit vorgebeugt und Stress reduziert werden. Denn schließlich ist Sitzen ja das neue Rauchen
Wer also gerne wieder das Gefühl aus Kindheitstagen haben möchte, der kauft sich Sit Smart und wird alle paar Minuten ermahnt, aufrecht zu sitzen. Viel Spaß.

Smart Socks von Blacksocks
Ich persönlich habe mir bei schwarzen Socken noch nie Gedanken darüber gemacht, welche Socke nun an welchen Fuß kommen soll. Laut Blacksocks sollte ich das aber wohl. Warum genau wird mir zwar nicht klar, aber nun gut. Die Socken können über einen eingebauten Chip mit dem Smartphone kommunizieren. So weiß man schnell, welche Socke an welchen Fuß gehört und wie oft sie schon gewaschen wurde – bei extremen Schweißfüßen könnte der Wasserdetektor allerdings durcheinander kommen. 10 Paar kosten im Starter-Kit übrigens 159 Euro.

Wer jetzt noch nicht per Smartphone-Klick seinen smarten Tasten-Drücker zum Kauf dieser tollen Produkte gedrückt hat, ist selber schuld.
Viel Spaß beim Probleme lösen, die keiner hat.

Quelle Teaserbild: flickr.com. Copyright: Gerd Leonhard.

Future of Technology and Impact on HR and Management. CC BY-SA 2.0

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