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28.07.2017 | | Lifestyle

Stofftaschentuch, Floppy Disk, Kaugummiautomaten & Co.: In Vergessenheit geraten

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Ich habe neulich beim Zappen eine TV-Dokumentation gesehen, in der es um die Geschichte von Tchibo ging. Eine interessante Szene zeigte dabei, wie früher das Pfund Kaffee frisch abgepackt wurde – in zusammengenähte Stofftaschentücher. Ich fragte mich gleich, wie lange es her war, dass ich das letzte Mal ein Stofftaschentuch gesehen hatte… In den letzten Tagen sind mir dann noch mehr Gegenstände von damals aufgefallen, die es heutzutage nur noch selten zu sehen gibt. Daran will ich Euch natürlich teilhaben lassen.

Stofftaschentücher

Eigentlich komisch, dass in Zeiten der Nachhaltigkeit das gute, alte Stofftaschentuch fast vollständig aus der Mode gekommen ist. Schließlich ist es doch wesentlich ökologischer, die beschmutzte Rotzfahne in die Trommel zu schmeißen und solange weiterzubenutzen, bis sie auseinanderfällt. Stattdessen nutzen selbst die schärfsten Müllvermeider heutzutage lieber jährlich fünf Tonnen Einweg-Tempos.

Kaugummiautomaten

Ach, wie gerne haben wir doch früher ein paar Pfennige oder Groschen (gibt es ja auch beides nicht mehr) in die roten Käsen geworfen und gehofft, dass ein Ring, ein Ekelauge, ein Flummi oder ein Button herauskommt. Mal hatte man Glück, mal wurde es nur ein merkwürdig schmeckendes Kaugummi. Egal, Freude hat es immer bereitet. Nachdem die Hälfte der Automaten in den letzten Jahrzehnten Silvesterbölleranschlägen zum Opfer gefallen sind, trifft man sie nur noch sehr selten an. Wenn ich das nächste mal einen sehe, werde ich ihn auf jeden Fall füttern. Hat eigentlich jemals irgendwer gesehen, wie die Dinger aufgefüllt werden? Auf kaugummiautom.at (auch als App für Android) findet man übrigens Kästen in seiner Nähe. Vielleicht ist da ja auch ein schöner Ring drin. Die wollten wir doch früher immer haben, oder?

Floppy Disk

Ja, früher waren 2 KB ein Riesenspeicher… Auf die labberigen Vorläufer der ebenfalls fast nicht mehr existenten Disketten passte so ziemlich nix drauf. Aber immerhin doch soviel, dass man dank der Floppy früher stundenlang unfassbar pixelige Spiele auf dem C64 spielen konnte. Wer kann sich nicht an das Geratter erinnern, das das Laufwerk beim Laden der Spiele von sich gab. Und wer kann sich noch daran erinnern: LOAD“*“,8,1

Leckmuscheln

Als Kinder haben wir uns immer ein Loch in den Ar… gefreut, wenn wir beim Kiosk eine bunte Tüte kaufen durften. Nach jedem ausgewählten Leckerli nervten wir den langmütigen Kioskbesitzer: „Wie viel hab’ ich noch?“ War genug übrig, durfte es noch eine Leckmuschel sein. Geschmeckt haben die Dinger nie und jede heutige Mutter würde sicherlich einen Krampf bekommen, wenn ihr Liebling das wahrscheinlich hochgiftige Plastikding in den Mund stopft. Wir haben uns trotzdem immer darüber gefreut. Des sexuellen Aspekts dieser Süßigkeit waren wir uns früher selbstverständlich nicht bewusst.

Kabeltelefone

Heutzutage können wir es uns überhaupt nicht mehr vorstellen, wie es wohl damals gewesen sein muss, wenn wir zum Telefonieren an einen Ort gebunden waren. Und ich meine jetzt nicht die gesamte Wohnung. Zu Zeiten des Schnurtelefons hatte man lediglich die Freiheit sich ein bis zwei Meter von der Wand wegzubewegen. Seit dem Handy hat sich das natürlich vollkommen geändert. Doch eine letzte Bastion verteidigt das Schnurtelefon mit aller Macht: Im Büro ist es noch immer vermehrt anzutreffen – wie lange wohl noch?

Ach ja, in Nostalgie zu schwelgen ist doch immer wieder schön. Ich hole mir jetzt eine Leckmuschel und ein Kaugummi und setzte mich mit „Pretty Woman“ vor den Fernseher – selbstverfreilich mit einem Stofftaschentuch.

Quelle Teaserbild: pixabay.com

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