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22.04.2014 | | Lifestyle

Star Wars für Fortgeschrittene: Angriff der Klontiere

Pepper Klon

Hund, Katze, Minischwein – Haustiere sind unsere besten Freunde (und für den einen oder anderen sogar Kinderersatz). Leider, leider leben aber auch sie nicht ewig, sondern segnen in der Regel lange vor uns das Zeitliche. Unendlich traurig, aber nicht zu ändern, stimmt’s? Stimmt nicht: Findige südkoreanische Wissenschaftler haben sich dem Haustierklonen verschrieben und erschaffen munter exakte Abbilder verstorbener Fellnasen.

Manch einer fühlt sich jetzt vielleicht an die gute alte Dolly erinnert und den großen Aufruhr, den das in den 90er-Jahren geklonte Schäfchen ausgelöst hat. Hin und wieder ploppten danach verschiedene Klon-Storys auf, aber wirklich weltbewegende Neuigkeiten gab es aus dieser fragwürdigen Disziplin der Wissenschaft seither eher nicht. Bis jetzt. Das Biotechnikunternehmen RNL Bio fertigt ab sofort Haustierkopien auf Bestellung an. Als erste schloss eine Amerikanerin die genetischen Abbilder ihres geliebten, verstorbenen Pitbulls in die Arme. Weil sie die Pionier-Klonkriegerin war, bekam sie die Retorten-Welpen zum Super-Sonderpreis von nur 50.000 Dollar (ca. 32.000 Euro). Wer es ihr gleichtun möchte, muss satte 100.000 Dollar mehr auf den Tisch legen.

Wer weiß, vielleicht kann man sich auf diese Weise eine kleine, kuschelige Armee erschaffen. Mir käme da zum Beispiel unsere tierische Mitarbeiterin Pepper in den Sinn. Eines kann sie besonders gut: in hoher Frequenz bis zum Himmel stinkende Pupse absondern. Würde man sie nun also klonen, könnten wir diese luftverpestende Armada französischer Bulldoggen unliebsamen Menschen auf den Hals hetzen, um sie ordentlich einzunebeln und handlungsunfähig zu machen. Das wäre doch eine feine Sache…

Von solchen Weltherrschaftsfantasien abgesehen, muss man sich fragen, was für hirnverbrannte Bumsbirnen tatsächlich ihre Tiere klonen lassen. Die Hauptzielgruppe sind – Überraschung, Überraschung – wohlhabende Amerikaner, so wie die Klonkriegerin #1. Ich mag die USA ja im Prinzip sehr gerne, aber die Amis haben manchmal schon ein ordentliches Ei am wandern. Es reicht nicht, dass sie ihre Kinder zu umgekehrten Pinocchios machen und jeden Tag auf eine andere Bühne stellen oder den haarsträubenden Kreationismus in den Schulen lehren wollen, jetzt wünschen sie sich auch noch den Friedhof der Kuscheltiere für Zuhause – und die Koreaner machens möglich. Sicherlich ziehen auch andere Nationen nur allzu gerne nach und entnehmen Wauzi, Muschi & Co. vor dem endgültigen Abtritt schnell noch etwas Gewebe zur Weiterverwertung. Schließlich kann man sich ein Leben ohne genau DIESES Tierchen ja nicht mehr vorstellen! Da ist die Gottspielerei schnell mit herzzerreißender Liebe gerechtfertigt. Dumm nur, dass es Experten zufolge äußerst unwahrscheinlich ist, dass sich der Charakter des Klons 1:1 mit dem des verstorbenen Lieblings deckt. Denn Erziehung, äußere Umstände und Fütterung spielen dabei die entscheidende Rolle, nicht das genetische Ausgangsmaterial. Aber da heutzutage ja letztendlich sowieso nur das Äußere zählt, dürfte dieser Umstand herzlich egal sein.

Wer sich trotzdem als Sponsor für unsere Bulldoggen-Armee zur Verfügung stellen möchte, kann sich gerne bei uns melden. Gemeinsam finden wir bestimmt einen Weg, uns die Klon-Dogs moralisch schönzureden.

Bild: Jasmina Luchs

Autor: Jasmina Luchs

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