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17.04.2014 | | Lifestyle

Sex goes Social Media

Ja, wir alle sind kleine versexte und zum Teil auch versaute Tierchen – soviel steht fest. Wenn man Studien dazu liest, wie oft Männer und Frauen pro Tag an DAS Thema denken, wundert man sich, wie man es bei der permanenten, gedanklichen Popperei überhaupt noch schafft, seinem Job oder seinen Hobbies nachzugehen, ohne seine Mitmenschen gierigst zu bespringen. Solange sich das alles im Köpfchen oder hinter verschlossenen Türen abspielt, wunderbar, aber dabei bleibt es ja nicht – und damit meine ich jetzt keine Quickies im Freien, in Sexclubs oder auf Sexparties. Nein, die Vögelei erobert im Sturm die sozialen Netzwerke.

Selfies after Sex – nö, is klar. Wer will denn frisch gefickt wie ein kleines Eichhörnchen seinen Freunden, Eltern, Kollegen oder, noch schlimmer, seinem Chef auf Facebook begegnen? Dieser „Trend“ zeigt, dass es solche Menschen tatsächlich gibt. Geeigneter als Facebook ist dafür aber wahrscheinlich auch Snapchat, weil sich dort die durchgemangelte Eroberung – zum Glück – schnell wieder vom Bildschirm verabschiedet. Besonders nach einer alkoholisierten Nacht, wenn man das Erscheinungsbild des Sexpartners nicht mehr so richtig einzuschätzen vermag, kann das vor bösen Überraschungen schützen. Wer bei der Partnerwahl auf Nummer sicherer gehen will, stöbert über die App Bang with Friends auf Facebook im eigenen Freundeskreis nach jemanden, der keinen Hehl daraus macht, auch gerne mal mit einem sexeln zu wollen. Nur zu! Und wenn die Chose dann überstanden und das Sex-Selfie im Kasten ist, muss noch die Anwendung Nipple aufgerufen werden, um penibel zu dokumentieren, wie der Bumspartner hieß, welche Stellungen exerziert wurden, ob Sex-Toys zum Einsatz kamen oder was es sonst noch so zum Liebesspiel festzuhalten gibt. Geht’s noch? Da wird ein komplettes Sexprofil angelegt und im schlimmsten Fall bekommt man es noch nicht mal mit. Am besten wäre es doch, noch eine Bewertungsfunktion zu integrieren, sodass alle Ex-en abstimmen können, welche sexuellen Verrenkungen sich lohnen und welche man sich von vornherein sparen kann. Google Glass könnte in dieser Hinsicht Top-Dienste leisten: Ist die App auf dem Tool installiert und das Profil einer Person hinterlegt, sollten sämtliche Sex-Facts direkt abrufbar sein. Eine Matchingfunktion, die die individuellen Vorlieben miteinander abgleicht, könnte vorhersagen, wie geil der Sex von zwei Menschen voraussichtlich wird. Sinnloses Vorgeplänkel spart man sich und kommt gleich zur Sache, oder eben auch nicht.

Meine lieben Liebenden, sexuelle Revolution sieht anders aus!

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