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09.05.2016 | | Lifestyle

Ronald McDonald, Goleo & Co.: Warum Maskottchen so furchtbar sind

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Ich glaube, dass es früher auch anderen Kindern ging wie mir: Bei einem Besuch bei McDonald’s blieb mir beim Anblick von Ronald McDonald fast der Burger im Halse stecken – und das bei dem exorbitanten Fettgehalt der amerikanischen Bulette. Dabei sollte der Clown doch als Freund der Kinder dazu animieren, dass diese ihre Eltern noch viel häufiger nerven, dass sie zum goldenen „M“ wollen, wo sie mit ihren Fettfingern noch die letzte Hose einsauen können. Noch heute denke ich, dass Ronald sich viel besser in Steven Kings „Es“ machen würde, als in einem Fast-Food-Restaurant. Ja, so ist das halt mit Maskottchen… Neben einigen wenigen, wirklich gelungen Glücksbringern, die einem im Gedächtnis und im Herzen bleiben – Stichwort Antje, das Walross – sind die meisten doch eher etwas für die Geisterbahn – eine ziemlich alberne, zugegeben.

Kein Wunder also, wenn alle paar Jahre wieder Hasskommentare kursieren, wenn die neuen Maskottchen von Fußball-WM, -EM oder der Olympischen Spiele der Öffentlichkeit präsentiert werden: „Ihhhh, was ist das denn? Das ist ja ekelhaft!“ oder „Boah, ist das Vieh hässlich!“.Und dass sind noch nette Meldungen – meist werden die Maskottchen nur so mit Häme überschüttet, das man fast schon denkt, Til Schweiger könnte sich jederzeit einschalten. Ja, Maskottchen bieten eine breite Angriffsfläche. In den häufigsten Fällen – bis auf wenige Ausnahmen – sind sie in eine der folgenden drei Kategorien einzuteilen:

Debile Dummchen: Maskottchen sollen die Zuschauer zum Schmunzeln bringen – was ein durchaus rühmlicher Ansatz ist. Viele Maskottchen-Designer schießen allerdings über das Ziel hinaus und erschaffen ein Wesen, dem die Dämlichkeit ins Gesicht zementiert steht. Es wirkt, als würde es ständig über seine eigenen Füße stolpern und intellektuell gerade noch so halbwegs lebensfähig sein. Armes Vieh…

Hässliches Ding: Andere Maskottchen sind so lieblos gestaltet, dass sie beim Betrachter einen latenten Ekelreiz hervorrufen. Am liebsten möchte man die Vertreter dieser Gattung einfach nur ins Gesicht schlagen – verschlimmern würde dies schließlich nichts. Besonders die Umsetzung eines Glücksbringers in Form eines plüschigen Kostüms, das von einem armen Studenten bei 35 Grad Außentemperatur getragen werden muss, ist eine Frechheit. So billig und lieblos, dass sie an die Karnevalskomplettkostüme erinnern, die man für unter 20 Euro im Supermarkt kaufen kann.

Komisches Etwas? Ist dies das erste, was einem beim Anblick eines Maskottchens einfällt, hat der Designer wirklich alles falsch gemacht. Ein Maskottchen, das aussieht wie ein mit Grütze übergossenes, aus 15 verschiedenen Tieren zusammengesetztes Alien, das aufgrund seines absurden Aussehens einfach nur Angst hervorruft.

Etwa 90 Prozent aller Maskottchen werden so lieblos gestaltet, dass sie in eine dieser drei Kategorien fallen. Dennoch gibt es diese letzten zehn Prozent, die wir vom ersten Anblick an lieben, weil sie so zuckersüß sind, dass sie sofort unseren Beschützerinstinkt wecken. Der Rest ist allerdings leider für die Tonne.

Bildquelle: pixabay.com

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