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18.05.2015 | | Lifestyle

Packt euren Müll ein!

Dreck im Park

Als Hundebesitzer ist man ständigen Anfeindungen ausgesetzt: Neigt sich das Hinterteil des Vierbeiners nach unten, um ein paar Tröpfchen zu lassen, wird dies noch missmutig hingenommen. Beim großen Geschäft ist indessen alles vorbei: Man spürt bereits die messerscharfen Blicke anderer Passanten, die bereit sind, einen zu teeren und zu federn. Ich gehöre definitiv zu jenen, die immer ein kleines Beutelchen dabei haben, um sofort zur Tat zu schreiten. Leider gibt es immer noch viel zu viele, die die Notdurft ihres Vierbeiners einfach liegen lassen. Schlimm genug, aber da draußen gibt es noch ganz andere „Schweine“, über die sich offenbar niemand aufregt. Ein Spaziergang durch den Volkspark Friedrichshain hat mir am letzten Wochenende gezeigt, wie achtlos die Leute ihre direkte Umwelt verschmutzen.

Grill und Reste

Grill und Reste

In Berlin gibt es leider jede Menge Menschen, die keine Terrasse oder keinen Balkon besitzen. Daher bleibt ihnen nichts anderes übrig, als ihrem Grillvergnügen in Parks nachzugehen. Schwer bepackt mit Tupperdosen, Flaschen und jeder Menge Fressalien breiten sie sich auf den Grünflächen der Stadt aus, um sich unter freiem Himmel die Bäuche vollzuschlagen. Doch was passiert danach? Man sollte doch meinen, wenn sie genug Kapazitäten haben, um alles ranzuschaffen, dass sie dann auch ihren Müll abtransportieren können. Vor allem auch die Pfandflaschen, für die es beim Späti oder beim nächsten Supermarktbesuch ein paar Cent zurückgibt. Aber nix da: Der Müll bleibt einfach liegen. Selbstverständlich kommt an dieser Stelle das Argument, dass es viel zu wenige Mülltonnen gibt, aber das lasse ich nicht gelten. Bei meinem Spaziergang musste ich feststellen, dass die Tonnen gerade mal halb voll waren. Es kann also nicht daran gelegen haben, dass sie keine Behälter für ihren Scheiß gefunden haben – die Faulheit hat gesiegt. Die Frage ist nur, was denken diese Menschen, was mit ihrem Müll passiert? Sollen Heinzelmännchen kommen und ihn wegschaffen? Selbstverständlich wäre das die eleganteste Lösung, um diesem Problem beizukommen. Allerdings passiert das nicht, die BSR muss ran. Und so kommt es, dass ich meinen kleinen Vierbeiner zwischen den Müllinseln hindurchnavigieren und immer aufpassen muss, dass er sich bei den ganzen Scherben nicht verletzt, da diese ein absolutes Risiko für Mensch und Tier darstellen. Wer möchte sich schon beim nächsten Picknick in eine Glasscherbe setzen? Ich nicht! Und ich befürchte, dass auch die Menschen das nicht wollen, die für den Müll verantwortlich sind, sodass es für mich noch unverständlicher ist, warum sie ihren Dreck nicht einfach wegräumen, damit sie am nächsten Tag wiederkommen und weitergrillen können. Mein Wunsch wäre es, diesen Menschen einfach mal meinen gesammelten Müll in ihr Wohnzimmer zu kippen. Ob sie das wohl auch noch lustig fänden?

...und noch mehr Müll

…und noch mehr Müll

Im letzten Jahr wurde aus den genannten Gründen diskutiert, das Grillen in öffentlichen Parks zu verbieten. Aber das kann es ja auch nicht sein. Es müssen neue Lösungen her. Meine Idee ist es, einen Parkwächter zu engagieren. An diesen müssen diejenigen die dort grillen eine geringe Abgabe und einen hohen Pfand (ab 20 Euro) bezahlen. Wird der Grillplatz nicht wieder tadellos verlassen, bekommen sie ihren Pfand nicht zurück. Dadurch würden nicht nur Arbeitsplätze geschaffen und Geld eingenommen, sondern auch die Parks blieben sauber.

Bildquelle: Maren Fliegner

Autorin: Maren Fliegner

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