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18.03.2014 | | Musik

The Man in Black is back – die verschollenen Werke des Johnny Cash

Johnny Cash ist mein großer, musikalischer Held. Er hat die Musikgeschichte geprägt, wie kaum ein anderer. Fast 50 Jahre dauerte seine beeindruckende Karriere an, die selbst mit seinem Tod 2003 kein Ende nahm. Nach wie vor ist der Man in Black nicht nur für mich allgegenwärtig – in Filmen ertönt seine unverwechselbare Stimme auf dem Soundtrack, zu seinem Geburtstag gibt es alljährlich Partys, die ihn gebührend feiern (in Berlin organisiert von StarFM) und immer wieder ist er ebenso Vorbild wie Inspiration für aktuelle Bands (zum Beispiel die großartigen Volbeat aus Dänemark, die Rock’n’Roll, Heavy Metal und Rock auf grandiose Weise verschmelzen – anhören!).

Jetzt die Sensation: Nach mehr als 30 Jahren, nach insgesamt 100 Alben und über 150 Singles erscheint am 21. März 2014 ein Album mit zwölf bisher verschollenen Songs. 1981 in Cashs langjähriger Heimatstadt Nashville, Tennessee aufgenommen, aber nie veröffentlicht, fristeten die Lieder all die Jahre ihr Dasein in einem der Tresore seiner damaligen Plattenfirma Columbia Records. Sie wurden dort einfach vergessen. Wie so etwas passieren kann, ist mir ein einziges Rätsel. Umso besser, dass Sohnemann John Carter Cash in einer Suchaktion nach dem musikalischen Vermächtnis seines Vaters 2012 auf diesen Schatz stieß. Warum dann wiederum zwei Jahre bis zur Veröffentlichung vergehen mussten, ist mir ein weiteres Rätsel. Aber besser spät als nie.

Bei – Entschuldigung – bild.de kann man sich das Album mit dem Titel „Out Among the Stars“ schon jetzt anhören. Als geneigter Fan habe ich natürlich nicht lange gefackelt und glücklich gelauscht. Vor allem der titelgebende Song „Out Among the Stars“ mit seiner ganz countrytypischen Melodie hat es mir angetan. Ein Ohrwurm, den Johnnys einzigartige Stimme direkt vom Gehörgang ins Herz trägt. Danach folgt „Baby Ride Easy“, das der Meister gemeinsam mit seiner geliebten Frau June Carter singt. Es erinnert mich ein wenig an „If I Were A Carpenter“ und wie auch schon bei diesem oder anderen Liedern (zum Beispiel „Jackson“) liebe ich einmal mehr das Zusammenspiel der beiden so völlig unterschiedlichen und doch wundervoll harmonierenden Stimmen. Insgesamt ist das Album eine Mischung aus schwermütigen und fröhlichen Tönen, Country-Geschichten und Liebesliedern, langsamen Balladen und temporeicheren Ohrwürmern. Eben ganz so, wie wir Johnny Cash kennen. Wie üblich, verrät seine Stimme, dass es sich um eines seiner späteren Werke handelt. Das zieht sich durch alle Cash-Äras – man hört ihm sein jeweiliges Alter einfach an, aber gerade das sorgt für ein unvergleichliches Hörerlebnis.

So ruft sich Mr. Cash einmal mehr posthum in Erinnerung und zeigt, dass selbst der Tod ihn nicht aufhalten kann. And it burns, burns, burns…

Autor: Jasmina Luchs

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