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08.08.2017 | | Lifestyle

Krieg der Welten: Mensch vs. Bot

Es ist wieder soweit: Roboter läuten das Ende der Menschheit ein.

Es ist mal wieder soweit: Das Ende der Menschheit steht kurz bevor! Nein, wir sind nicht unter die Zeugen Jehovas gegangen. Mark Zuckerberg läutete lediglich vor Kurzem das „Zeitalter der Chatbots“ ein. Es handelt sich dabei um kleine Chatprogramme mit künstlicher Intelligenz, die uns allen das Leben vereinfachen sollen. Wir wollen ins Restaurant gehen? Der Bot reserviert einen Tisch. Wir wollen verreisen? Der Bot bucht den Flug. Schon werden wieder ängstliche Stimmen laut, dass die „Roboter“ uns erst die Arbeitsplätze wegnehmen und dann ausrotten werden. Bislang haben dies aber weder Mammuts, die Atomkraft oder die Kardashians geschafft. Also: Ist die Angst vor dem Untergang der Menschheit dieses Mal berechtigt? Sicherlich nicht. Aber was können diese „Bots“, die derzeit in aller Munde sind?

Viel Lärm um nichts?

Selbstverständlich gehen wir heutzutage weder von einer Bedrohung unserer Existenz noch einer wirklich bahnbrechenden Neuerung aus, wenn mal wieder jemand „Disruption“ schreit – ganz im Gegenteil, meist ist dies ein Zeichen dafür, dass man im Grunde genommen alten Wein in neuen Schläuchen verkauft und durch die alleinige Bezeichnung dessen als disruptiv von irgendjemandem wahrgenommen zu werden. Also werfen wir einen kühlen Blick auf die Bots. Bislang konnte kein Artikel wirklich sagen, was die Bots in Zukunft können. Einen Tisch reservieren? Einen Flug buchen? Na bravo. Wenn ich also zum Beispiel in einem Chatbot-Messengerfeld eingebe, dass ich gerne heute Abend um sieben Uhr im Goldenen Hahn in Berlin essen möchte, so leitet er eine Reservierungsanfrage an das Restaurant und ich muss nur noch auf die Bestätigung warten.  Per Telefon wäre es genauso schnell gegangen. Und wie funktioniert die Flugbuchung? Muss ich bereits die Flugnummer recherchieren? Und dann noch meine ganzen Daten dem Bot mitteilen? Danke, aber dann kann ich es auch selbst machen. Wo genau ist hier der Zusatznutzen von dem alle in blinder Technologieliebe schwärmen? Bei komplexeren Anfragen stehen hinter den Chatbots zunächst wohl auch noch Mitarbeiter, die sich darum kümmern. Dies nur zu der Befürchtung, die Chatbots könnten Arbeitsplätze vernichten. Es sieht sogar so aus, als dass sie neue schaffen – für Entwickler, die sie programmieren und letztlich „Not“-Menschen, die die Aufgaben übernehmen, die der Bot dann doch nicht schafft.

Erleichterung oder Ernüchterung?

Bislang ist wohl keinem so richtig klar, was die Bots in Zukunft erledigen können… Abgesehen von den bereits angeführten Möglichkeiten kann sich keiner einen Reim darauf machen, wofür sie noch nützlich sein könnten. Wie bereits erwähnt, sollte noch ein bisschen mehr kommen, damit sie eine wirkliche Erleichterung darstellen. Bislang klingt es eher wie die logische Fortsetzung der digitalen Entwicklung. Früher reservierten wir einen Tisch via Telefon, später dann per E-Mail oder direkt über die Webseite, nun via Bot. Es ist eigentlich bloß ein anderes Medium.

Doch Mark Zuckerberg und Konsorten haben sicherlich noch ein paar Trümpfe mehr in der Hand und künftig werden wir sicherlich die Bots auch nutzen. Von einer Herrschaft der Maschinen sollte man aber besser nicht ausgehen – künstliche Intelligenz bleibt künstliche Intelligenz. Worüber ich mir viel mehr Gedanken mache, ist, ob wir irgendwann völlig verdummen und alles von Maschinen erledigen lassen? Vielleicht sehen wir irgendwann so aus, wie die Menschen im bezaubernden Film „Wall-E“. Während der kleine Putzroboter allein auf der Erde sein Werk tut, leben die Menschen auf einer Raumstation und sitzen eigentlich nur noch fett auf ihren Liegen und lassen sich bedienen – das Laufen haben sie schon lange verlernt…

Quelle Teaserbild: wikipedia.org. Copyright: Manfred Werner.

Von Manfred Werner – Tsui – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4762533

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