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Kinderhelden als liebloser Anime-Kitsch

Heidi, Biene Maja, Tarzan & Co. waren die Helden unserer Kindheit. Doch sie haben darüber hinaus noch eines gemeinsam. Es gibt sie alle seit kurzem in neuem Look – nämlich als generische 0815-Animations-Klone. Die liebevoll gemalten Trickfiguren unserer Kindheit gibt es nicht mehr – an ihre Stelle sind am Computer gestaltete Versionen getreten, die gelinde gesagt künstlich und billig wirken. Nichts im Vergleich zu den aufwändig animierten Charakteren aus „Toy Story“ oder „Ich, einfach unverbesserlich“, die mit einem riesigen Budget und großer Detailverliebtheit zum Leben erweckt werden.

Die Serienhelden unserer Kindheit werden hingegen sträflich vernachlässigt und wirken wahlweise wie Leichenmasken oder von diversen Botox-Behandlungen entstellt. Mimik? Fehlanzeige! Vielleicht mag Animation „state of the art“ sein, dennoch fragt man sich, ob das der einzige Grund ist, warum kaum noch gezeichnete Trickfilme an den Start gehen? Betrachtet man die modernen Animations-Versionen mit den hölzern agierenden Figuren im Gegensatz zu den mit ordentlich Budget ausgestatteten Blockbustern aus dem Hause Pixar, wird einem klar: Es muss wohl am Kostenfaktor liegen. Aber warum wird für neue Helden Geld bereitgestellt und für bereits etablierte Figuren wie Heidi oder Biene Maja nicht? Liegt es vielleicht daran, dass die Rechte für unsere Kindheitsbegleiter noch bei anderen Firmen liegen, die auch ihren Teil am Merchandise etc. abhaben wollen? Bei neu kreierten Charakteren kann die Produktionsfirma sich die gesamten Gewinne für Fanartikel selbst einstreichen… Falls dies wirklich der Grund sein sollte: Schämt Euch dafür, was ihr aus unseren Kindheitshelden gemacht habt. Die neue Heidi-Serie, die ab Ostern im ZDF – neben Animations-Versionen von Tarzan und Biene Maja – startet, werde ich mir aus diesem Grund auch nicht anschauen:

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