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21.07.2015 | | Lifestyle

Was ist eigentlich immer mit Bayern los?

Flagge Bayerns

Deutschland besteht aus insgesamt 16 GLEICHBERECHTIGTEN Bundesländern. Doch wie es bereits in George Orwells „Animal Farm“ so schön heißt: Manche sind gleicher als andere. Das Prinzesschen der deutschen Bundesländer ist Bayern, das immer einen Sonderweg gehen muss –egal ob bei Stromtrassen, bei der Kopftuch-Diskussion oder der Flüchtlingspolitik. Gerade erst hat Horst Seehofer angekündigt, dass Bayern bei der Abschaffung des Betreuungsgeldes eine eigene Regelung durchziehen wird. Den Wohlstand des Landes stets als Argument vor sich hertragend, hat Bayern schon öfter versucht, sich über so manche Bestimmung hinwegzusetzen. Beispiele gefällig?

Stromtrassen: Bayern ist ein fortschrittliches Land, und fortschrittliche Länder brauchen Strom. Dieser wiederum wird per Trassen transportiert. Diese möchten die Bayern aber lieber nicht in ihrem Land haben und würden sie eher in Baden-Württemberg sehen. Gemäß dem Prinzip: „Kinder, geht mal in Nachbars Garten spielen, dann geht unser Rasen nicht kaputt!“.

Atommüll: Atom? Nein, Danke! Das denken sich auch die Bayern, allerdings nur in puncto Atommüll. Denn den wollen sie in ihrem Bundesland nicht haben. Vom günstigen Strom haben sie jahrzehntelang mehr als andere Bundesländer profitiert und auch mehr Müll produziert, ein Atommüll-Zwischenlager boykottieren sie bei sich. Kein anderes Bundesland sträubt sich übrigens so sehr dagegen. Typisch…

Pkw-Maut: Die CSU ist zum großen Teil mit dafür verantwortlich, dass Bayern immer wieder Sonderwege einschlägt. In Bayern unangefochtene Nummer eins, im Bund nur die kleine Schwester der CDU muss sich immer wieder „Stärke“ beweisen, indem sie völlig irrsinnige Dinge durchpresst. So geschehen mit der Pkw-Maut. Seehofer hielt sie für eine grandiose Idee – zumal er nur die Ausländer dafür zahlen lassen wollte. Obwohl jedem klar war, dass dieses Unterfangen von der EU untersagt werden würde, quengelte die CSU so lange bei der CDU, bis diese sagte: „OK, machen wir!“. Schließlich warf die EU dem Vorhaben zum Glück dann doch noch einen Stock in die Speichen.

Betreuungsgeld: Nachdem das Bundesverfassungsgericht gerade das bundesweite Betreuungsgeld gekippt hat, kündigt Bayern auch hier einen Sonderweg an. Schließlich hat die CSU das Betreuungsgeld vor drei Jahren auf Gedeih und Verderb rechtlich durchgeprügelt. Mehr als einmal wurde das Betreuungsgeld mittlerweile als „bildungsfeindlich“ tituliert doch Bayern will es in seinem Land weiterführen – zahlen soll dafür selbstverständlich der Bund.

Asyl: Gerade erst hat die CSU ein Maßnahmenpaket beschlossen, das einen härteren Umgang mit Flüchtlingen im Freistaat Bayern nach sich zieht. Sprich: Flüchtlinge passen nicht in das bayerische Konzept und werden abgeschoben. Bayern denkt nur an sich und nimmt nur die auf, die ihnen etwas bringen. Punkt!

Kopftuch: Das Kopftuchverbot ist durch eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts gefallen. Was macht Bayern? Es kündigt an, sich weiterhin an ein Landesgesetz halten zu wollen.

„Äußere Symbole und Kleidungsstücke, die eine religiöse oder weltanschauliche Überzeugung ausdrücken, dürfen von Lehrkräften im Unterricht nicht getragen werden, sofern die Symbole oder Kleidungsstücke bei den Schülerinnen und Schülern oder den Eltern auch als Ausdruck einer Haltung verstanden werden können, die mit den verfassungsrechtlichen Grundwerten und Bildungszielen der Verfassung einschließlich den christlich-abendländischen Bildungs- und Kulturwerten nicht vereinbar ist.“ Art. 59 Abs. 2 S. 3 des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesens (BayEUG).

Das Kruzifix im Klassenzimmer bleibt natürlich der Regelfall – scheiß auf den Säkularstaat.

Quelle Teaserbild: pixabay.com

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