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06.07.2015 | | Lifestyle

Frauke Petry: Steck den Hemdkragen rein!

Quelle Teaserbild: pixabay. Bearbeitung: Benjamin Blum

Liebe Frauke,

ich darf Dich doch duzen, oder? Bei Deiner „Volksnähe“ kann man einfach nicht anders. Erst einmal herzlichen Glückwunsch, dass Du seit dem Wochenende Chefin der AfD bist – einer Partei, bei der sich aufgeklärten Bürgern die Haare aufstellen. Zum Glück konntest Du mit Deiner Partei aber genügend „Wutbürger“ überzeugen, sodass diese Dich nun sogar als strahlende Chefin gewählt haben. Während Du also hinter Deinem Rücken bereits eine Meute geschart hast, die aus zu vielen Menschen mit fragwürdigen Meinungen besteht, heißt die offizielle Losung noch immer: Die AfD ist rechtskonservativ, nicht rechtsradikal. Jede andere Äußerung könnte potenzielle moderate Wähler abschrecken. Was sich da allerdings zusammenbraut, ist ein explosives Gemisch aus Enttäuschten, Wutbürgern, NPD-Sympathisanten und anderen Radikalgearteten. Du weißt ganz genau, dass diese Mischung einer lodernden Flamme ähnelt. Du musst immer wieder Öl ins Feuer gießen, damit sie Dich warm hält, aber nie zu viel, dass sie Dich verbrennt. Dies ist nämlich Deinem Intimfeind Bernd Lucke passiert. Er hat die mehr oder minder bräunliche Masse hinter sich mit populistischen Floskeln und Themen aufgepeitscht. Doch die Meute verlangte nach immer mehr und ließ sich nicht mehr zügeln. Ein radikalerer Scharfmacher wurde nötig. Und hier kamst Du ins Spiel. Doch auch Dich wird das gleiche Schicksal treffen: Dein Nachfolger steht bestimmt schon in den Startlöchern und wartet auf eine Schwäche von Dir. Das Gute an der ganzen Sache: Wenn Ihr Euch die ganze Zeit selbst zerfleischt, macht Ihr Eure ganze Partei selbst zunichte. Weiter so!

P.S.: Und Frauke, tu mir doch einen Gefallen: Den Kragen der Bluse trägt man nun wirklich nicht mehr über dem Blazer – seit zwanzig Jahren, Du biederes Lottchen!

Quelle Teaserbild: pixabay. Bearbeitung: Benjamin Blum

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