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16.04.2014 | | Fashion

Die unglaubliche Fragilität des Steins

Copyright Julia Burlingham www.juliaburlingham.com

Diamonds are a girl’s best friend. Das wusste schon Marilyn Monroe. Generell lassen Diamanten, Rubine, Smaragde und Saphire die Augen der Damenwelt fast ebenso blitzen, wie es die Edelsteine selbst tun. Dieses Wissen nutzen Juweliere seit Jahrhunderten für sich und fabrizieren die feinsten Kostbarkeiten aus diesen natürlichen Rohstoffen.

Den komplett umgekehrten Weg geht Lars Paschke – wie er gerade auch für seine Schmuckkollektion in Zusammenarbeit mit der kanadischen Juwelierin Arielle de Pinto zeigt. Der Designer lässt Schmucksteine direkt auf den Ringen, Ketten und Ohrringen entstehen. Aus Montreal bekommt er quasi metallene „Schmuckrohlinge“ zugesendet, die er dann behutsam mit einer Kristallsaat beimpft und in eine Nährlösung einlegt. Dies klingt fast wie in einem Labor, das mit gefährlichen Viren forscht. Außer, dass hier keine tödlichen Erreger heranwachsen, sondern eben feinste Kristalle. Durch vorsichtiges erhitzen und abkühlen, verdampft die Lösung und fügt dem Schmuckstück nach und nach immer neue Kristalle hinzu. Die Strukturen sind dabei wirklich atemberaubend und muten wie fragile Eissterne an, die ebenso langsam nach einem inhärenten Muster wachsen. Das verwendete Material sind hierbei Kalium und Alaun. Dabei entstehen – wie bei den Stücken für Arielle de Pinto – sogenannte Phantom Crystals, bei denen ein dunkler Kristall wiederum von einem transparenten umgeben ist. Bei den Schmuckstücken können die Farben von dunklem Violett hin zu Pastell-Lila oder sogar transparent sein.

Das Heikle an diesen Kunstwerken ist der Herstellungsprozess, der präzisestes Vorgehen verlangt. Nur bei optimalen Verhältnissen und einem exakt abgestimmten Verdampfungsprozess entstehen die Kristalle. Eine Raumtemperatur, die nur einen Grad zu hoch oder zu niedrig ist, kann das Meisterwerk – das ungefähr einen Monat Zeit und Fürsorge beansprucht – vernichten.

Paschke kam auf das Kristallzüchten, als er 2009 seine Masterarbeit an der Antwerpener Royal Academy, an der bereits die berühmten Antwerp Six studierten, arbeitete. Bei Recherchen zu heilenden Objekten wie Mandalas und Chakras stieß er auf die Technik des Kristallzüchtens.

Die Stücke von Arielle de Pinto X Lars Paschke sind exklusiv auf ssense.com erhältlich.

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Bildquelle: Julia Burlingham

Autor: Benjamin Blum

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