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Die Serie: Unterhaltung oder doch nur ein Lückenfüller?

Serien auf dem TV schauen

„Sex and the City“ war meine Serie! Als sie damals auf Pro7 lief, gab es keinen Mittwoch, an dem ich mich nicht vor dem Fernseher einfand, um zu verfolgen, mit welchen amourösen und sexuellen Verwicklungen sich die vier Ladies dieses Mal auseinandersetzen mussten. Ihr Witz und Charme in Verbindung mit ihrer sehr direkten Ausdrucksweise machten für mich das Besondere daran aus. Außerdem weckten sie in mir große Hoffnungen, dass auch ein Leben ohne Partner sehr erfüllend sein kann. Selbstverständlich musste ich mir frühzeitig die sechste Staffel vorbestellen, um noch vor dem eigentlichen Ausstrahlungstermin zu sehen, wie Carry und Mr. Big endlich ihr Happy End feierten. Seitdem holte ich mir Carry, Samantha, Miranda und Charlotte nach Bedarf immer wieder in mein Wohnzimmer. Ein echtes Pendant, das mich vergleichsweise mitgerissen hätte, gab es bis zum letzten Frühjahr nicht.
Dann packte mich völlig überraschend eine neue Seriengeilheit – vielen Dank an Netflix und Amazon an dieser Stelle. Den Auftakt machte Outlander. Obwohl ich sonst weder eine besondere Schwäche für die Highlands noch für Geschichten aus dem 18. Jahrhundert habe, hat mich die Geschichte von Claire und Jamie vollständig in ihren Bann gezogen. Das wachsende Interesse an den Personen sowie an den beschwerlichen Situationen, die sie durchleben mussten, gipfelten darin, dass ich ein paar Euro locker machte und die Serie bei Amazon frühzeitig zu Ende schaute. So befreiend der Moment war, in dem ich erkannte, dass ich selbst steuern kann wann und wie oft ich mir meine Serienfreunde nach Hause hole, so groß war auf der anderen Seite der Unmut, als die Serie vorläufig zu Ende war und ich auf Dramenentzug war.
Es half alles nichts, eine neue Serie musste das entstandene Loch füllen – sofort! Glücklicherweise fiel dieser Zeitpunkt in meinen Urlaub und dazu passend war das Wetter im Juni auch noch katastrophal, dass sich mir eigentlich gar keine andere Möglichkeit boot, als die nächste Serie zu glotzen. „Orange is the new black“ strahlte mir von sämtlichen Reklametafeln entgegen, weshalb es nur logisch war, mir die verrückten Knastgirls anzuschauen. Zum Glück standen davon gleich drei Staffeln zur Verfügung, sodass das Serienvergnügen etwas länger dauern dürfte als zuvor. Das Resultat war das Gleiche!
Seitdem suchte ich mir immer wieder Lückenfüller, also neue Serien, die mich gleichermaßen bespassten und auch interessanter für mich waren, als das, was deutsche Serien mir zu bieten hatten. Auf OITNB folgten unter anderem „Suits“, „Grace & Frankie“, „House of Cards“ und „How to get away with murderer“. Mein letztes Serienhighlight war „Transparent“. Auch wenn man ob des Titels davon ausgehen könnte, dass es in diesem Format allein um die Transsexualität von „Papa“ Pfeffermann ginge, hat die ganze Familie mit ihrer Toleranz und Offenheit so sehr gepunktet, dass ich die teilnehmenden Charaktere regelrecht lieb gewonnen hatte und traurig war, mit dem Ende der Staffel rausgekickt zu werden.
Ein neues Highlight ist im Augenblick nicht in Sicht. Daher hoffe ich darauf, dass es bald die Fortsetzungen gibt, um wieder voll und ganz im Serienkosmos einzutauchen, bis das nächste Staffelende mir wieder den Spaß daran versaut…

 

Bildquelle: pixabay

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