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02.04.2015 | | Uncategorized

CD-ROM, Internetcafés & Co.: Die digitale Welt 1995 Oder: Internet anno dazumal

Webfundstück der Woche: Matthias Opdenhöfel – jetzige Allzwecksportmoderationswaffe der ARD – erklärt in den VIVA News von 1995 das Internet. Damals hat nämlich in Köln mit dem Jam Store ein Internetcafé in Kooperation mit dem Jeanshersteller Mustang eröffnet. Viva, Mustang, Internetcafé? Ja, alles ziemlich old school. Zeigt aber auch, wie sich die Zeit verändert hat. Erklärt das Video noch, wie up to date die CD-ROM gerade war und feiert den Store für die drei (!) ans Internet angeschlossenen Rechner ab, scheint dies alles aus heutiger Sicht Jahrhunderte her. Als dann auch noch die Zukunftsvision erklärt wurde, dass man irgendwann mal Konzerttickets über das Internet bestellen kann, die dann per Post nach Hause geliefert werden, muss man schon schmunzeln.

Das Netz im Wandel der Zeit

Das Internet hat in den letzten zwanzig Jahren eine enorme Wandlung durchgemacht. Vom anfangs entweder belächelten Medium der Geeks bis hin zu unverhohlener Angst war alles dabei. Und nicht Wenige haben dem Internet eine sehr kurze Lebensspanne geweissagt. Doch es hat ganz im Gegenteil einen wahren Siegeszug hingelegt. Heute kann man sich sogar Tickets selbst übers Web ausdrucken. Und alles Mögliche und Unmögliche bestellen. Kommunikation quer über den Globus zählt heute zum Standard. Selfies und Status-Updates befriedigen die Selbstdarstellungsgier und mittels der gerade gehypten Streamingdienste wie Meerkat oder Periscope kann man bald alles, was man tut live ins Netz schwemmen. Schöne Videos oder wirklich wichtige News werden dabei wohl die Ausnahme sein, neben tumben Videos von Teenagern, die zuhause sitzen und Dünnschiss masseln.

Internet quo vadis?

Vielleicht möchte man das Internet von früher heute ein wenig belächeln, aber so jungfräulich und unschuldig es damals war, ist auch irgendwie ganz zauberhaft. Die Möglichkeiten, wie es die Welt ändern könnte, hat vielen die Augen glänzen lassen. Heutzutage sind einige Entwicklungen und ihr Nutzen eher fraglich – aber mal schauen, wie es in weiteren 20 Jahren aussieht. Vielleicht hat sich das Web bis dahin zu einem emanzipierten und erwachsenen Medium gemausert, das Relevanz fernab von Selbstdarstellung, Selfies und Streams zu bieten hat. Und dann muss man vielleicht auch nicht mehr sagen: Ich verstehe das Internet nicht mehr.

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