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20.03.2015 | | Lifestyle

Alterslos auf der Jugendwolke unterwegs

Bild alte Dame

Wirft man einen Blick auf die Hollywood-Stars oder auch auf die deutschen Sternchen, fallen an dem oder der einen schnell kosmetische Veränderungen auf. Die Bridget-Jones-Darstellerin Renée Zellweger und auch ihre Kollegin Uma Thurman haben sich zuletzt so dichtgebotoxt, dass von ihren charakterischen Gesichtszügen kaum noch etwas zu erkennen ist. Der Zwang zur dauerhaften Jugend verleitet sie dazu, auch mit 40 noch aussehen zu müssen, wie mit Anfang 20. Aber lasst euch gesagt sein, auch wenn die Haut durch das Nervengift glatt gebügelt ist, sieht man dadurch nicht wirklich jünger, aber dafür verspannter aus.

Während bei den Promis die Produzenten, Caster und überkritischen Medien jedes noch so kleine optische Zipperlein auf die Goldwaage legen und gleichzeitig das Selbstbewusstsein der Menschen derart demolieren, dass sie zu Aposteln der Schönheitschirurgie werden, ist es für uns Normalos doch viel leichter.

Mit den 30ern kommt die Gelassenheit
Da man die eigene Visage tagtäglich im Spiegel betrachtet, fallen kleine Veränderungen gar nicht auf. Hinzu kommt die mit wachsendem Alter eintretende Gelassenheit. In den 20ern bedeutete ein Pickel noch den Weltuntergang und den ersten Fältchen wurde verzweifelt mit Hämorrhoidensalbe zu Leibe gerückt. Zehn Jahre später sieht die Welt dann schon etwas entspannter aus. Damit will ich nicht sagen, dass man nachlässiger wird, ganz im Gegenteil: Ein gepflegtes, strahlendes Aussehen spielt nach wie vor eine große Rolle, aber man stresst sich nicht mehr wegen Kleinigkeiten. Man ist mit sich selbst im Rein(er)en und verzichtet dennoch nicht auf das zur lieben Routine gewordene Beautyprogramm.

Unschmeichelhafte Störfaktoren holen uns auf den Boden der Tatsachen zurück
Unabhängig vom Alter kaufen wir uns die Klamotten, die wir mögen. Schließlich sind Sneakers und Hoodies nicht mehr nur der Jugend U20 vorbehalten. Wir können auch mit weit über 30 verdammt cool und sexy aussehen und so Männer und Frauen von uns begeistern, die deutlich jünger sind. Unabhängig von unserer Selbstsicherheit punkten wir mit dem Mehr an Lebenserfahrung und Abgeklärtheit. Besonders geschmeichelt fühlen wir uns natürlich, wenn wir beim großen Altersquiz für 28 und keinen Tag älter gehalten werden – strike! Und so flattern wir auf unserer Wolke der fortwährenden Jugend vor uns hin… Es könnte so schön sein, wären da nicht diese unschmeichelhaften Störfaktoren: Da trinkt man am Wochenende zwei drei Gläschen zuviel und schon ist an den nächsten zwei Tagen nichts mehr mit einem anzufangen. Hinzu kommt, dass man am Morgen danach Schwierigkeiten hat, sein zerschossenes Äußeres mit seinem fabelhaften Inneren in Verbindung zu bringen. Ein weiterer Reminder ans eigene Alter sind die Kandidatinnen bei „Germany’s next Topmodel“. Nein, sie werden nicht immer dümmer, sondern sind einfach mal verdammt jung und haben entsprechend andere, weniger reflektierte Auffassungen von bestimmten Dingen als wir. Face it!

Ob unbemerkt oder täglich vor Augen geführte Realität, wir müssen uns wohl oder übel damit arrangieren, dass wir alle älter werden. Aber ist das denn so schlimm? Früher galt das Alter gepaart mit Weisheit als etwas Respekteinflößendes. Heutzutage wird das Alter leider viel zu oft mit „ausrangiert sein“ und „überflüssig“ in Verbindung gebracht – schade eigentlich. Letztlich hat doch jede Lebensphase seine ganz eigenen Vorzüge, die man genießen sollte.

Bildquelle: pixabay

Autorin: Maren Fliegner

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