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28.04.2015 | | Lifestyle

7 Dinge, die an Berlin-Mitte nerven

Schild Mitte

1. Das St. Oberholz
Als Treffpunkt der digitalen Bohème verschrien, trifft sich dort alles, was in der Berliner Start-up-Szene Rang und Namen haben will. Dementsprechend sind in dem Laden auch fast mehr Apple-Logos als in einem Apple Store anzutreffen, was jede „normale“ zwischenmenschliche Kommunikation nahezu ausschließt. Kleiner Tipp: Wenn man sich nicht immer von Mails, Nachrichten oder sonst wie gearteten Messages ablenken lässt, sondern sich auf sein potenzielles Gegenüber einlässt und ihm mal wirklich zuhört, lassen sich manche Gespräche oder gar Geschäftsabschlüsse schneller erledigen.

2. Der zottelige Hipster-Bart
Ja, ist klar. Als Mann ohne Vollbart mit einer Mindestlänge von 2,5 cm erhält man dieser Tage in Mitte wahrscheinlich nirgendwo „Einlass“. Aber auch hierbei sollte man nicht gedankenlos einfach nur diesem Trend hinterhereiern, sondern sich einfach mal fragen, ob das denn auch wirklich gut aussieht. Mancher Mann hat nämlich durchaus ein schönes Gesicht, was nicht hinter einem struppigen Berg von Haaren versteckt werden muss.

3. Die Charakterlosigkeit
Weil Mitte so speziell, besonders und undergroundig ist, muss natürlich jeder hierher und den Bezirk auf Herz und Nieren prüfen. Bei der Stadt, Hotellerie und Gastronomie blinken da natürlich die Euro-Zeichen in den Augen, allerdings haben die massenhaften Touristenströme dazu geführt, dass der Bezirk seine Einzigartigkeit verloren hat und mehr und mehr dem Massengeschmack zum Opfer fällt. Hach, was war das doch schön, als die Alte und Neue Schönhauser noch mit kleinen individuellen Labels lockten und man sich vom Shopping-Stress im „Schwarzen Raben“ erholte…

4. Haben Sie reserviert?
In Mitte essen zu gehen ohne vorher reserviert zu haben, ähnelt einem Roulette-Spiel. Es soll tatsächlich noch Menschen geben, die sich ganz spontan dazu entscheiden, sich außerhalb der eigenen vier Wände den Bauch voll zu schlagen. Dies ist allerdings in Mitte nahezu unmöglich, da jede Woche ein neues Restaurant als In-Laden ausgerufen wird, das dann schon Wochen im Voraus ausgebucht ist – Spontaneität Fehlanzeige.

5. Baustellen
Bauen kann Berlin einfach nicht. Das zeigt sich nicht nur am Flughafen, der wahrscheinlich nie fertiggestellt wird, sondern auch daran, dass Mitte gesäumt ist von Baustellen. Egal wohin man schaut, früher oder später bleibt das Auge dann eben doch an einer der zahlreichen Baustellen hängen. Vor allem im – hoffentlich bald herannahenden – Sommer ist das alles andere als schön. In kaum einem Straßencafé hat man Ruhe vor dem Hämmern, Bohren und Flexen und wird zum Dank für das Ertragen des ohrenbetäubenden Lärms auch noch von herumwehendem Bauschutt gepeelt.

6. You have to speak English!  
Wird man nach dem Weg gefragt, stellt sich schon lange nicht mehr die Frage, ob man die englische Sprache beherrscht oder nicht. Nein, es scheint das Natürlichste von der Welt zu sein, dass in Mitte einfach jeder die Sprache beherrscht. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es inzwischen Restaurants gibt, die darauf verzichten, überhaupt noch eine Karte auf Deutsch anzubieten.

7. Chichi statt Klassik
Ich hätte gerne einen frisch gepressten O-Saft, ganz normal und klassisch. Hätte ich außerdem gerne noch Ingwer, Koriander, Karotte und den Fernsehturm als Strohhalm, würde ich das so bestellen. Will ich aber nicht. Auch trinke ich meine Latte Macchiato immer noch am liebsten mit Koffein, ganz normaler Milch ohne Sojakrams und ohne geschmackliche Toppings, die aus dem Kaffee eine Süßspeise machen.

 

Bildquelle: pixabay

Autorin: Maren Fliegner

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